Glücksgarten: Viel Engagement für ein kleines Gartenparadies
Wo im vergangenen Jahr noch eine reine Rasenfläche mit zwei Bäumen war, befindet sich nun ein mit viele Liebe zum Detail gestalteter Garten: Neben dem Wohnhaus „Der Leuchtturm“ ist der Glücksgarten entstanden. Er besteht aus einem Barfußpfad, einem Teich, verschiedenen Beeten, Hochbeeten mit Gemüse, einem kleinen Gewächshaus, gemütlichen Sitzmöglichkeiten zum Verweilen und vielem mehr. „Der Leuchtturm“ ist ein besonders geschützter Bereich innerhalb des Glückwerks in Glückstadt, in dem bis zu zehn Menschen mit einer seelischen Erkrankung ein vorübergehendes Zuhause mit umfangreicher pädagogischer und therapeutischer Unterstützung finden.
Rückzugsort, der die Sinne anspricht
„Der Glücksgarten soll ein Rückzugsort sein und zugleich die Sinne ansprechen“, sagt Daniel Herrmann, Mitarbeiter „Der Leuchtturm“. Während der Gartenbereich hinter dem Haus viel sportlich genutzt werde, zum Beispiel zum Fußballspielen, sei der Glücksgarten bewusst blumiger angelegt worden, so Christina De Leo, Leitung „Der Leuchtturm“. Sie beide haben zusammen das Gartenprojekt initiiert.
Der Glücksgarten heißt seine Besucher*innen willkommen.
Ausgangspunkt war das Projekt „1.000 Gärten“. In dessen Rahmen fördern Diakonie Deutschland und Nabu die naturnahe und insektenfreundliche Gestaltung der Außenflächen diakonischer Einrichtungen. Das Konzept des Glücksgartens überzeugte und so gab es Fördermittel in Höhe von 5.000 Euro.
Viele Förderer unterstützen den Glücksgarten
Dass der Garten in dieser Form entstehen konnte, ist aber noch vielen weiteren Förderern und helfenden Händen zu verdanken. Sie wurden nun zu einem kleinen Fest eingeladen, um sich selbst vom Ergebnis überzeugen zu können. So haben die Sparkasse Westholstein, die Bürgerstiftung der VR Bank in Holstein, Baack Spaten, die Westwindapotheke, Gartengestaltung & Grundstückspflege Sachse und der Nabu Glückstadt großzügig unterstützt. Ihnen allen gilt ein ganz herzliches Dankeschön des Glückwerks.
Ein herzlicher Dank gilt allen Förderern des Glücksgartens. Hier (v. li.): Tugba Koc (Sparkasse Westholstein), Daniel Herrmann (Glückwerk), Sven Baack (Baack Spaten), André Lopacinski (Sparkasse Westholstein), Lea Breuer (Nabu Glückstadt), Jürgen Schack (Nabu Glückstadt), Manja Röhling (Glückwerk), Christina De Leo (Glückwerk) und Björn Bothmann (Glückwerk).
„Der Glücksgarten wird rege angenommen“, berichtete Christina De Leo den Gästen – vom Barfußpfad bis hin zum selbst angebauten Gemüse und Kräutern, die beim gemeinsamen Kochen Verwendung finden. „Indem die Bewohnerinnen und Bewohner den Glücksgarten selbst mitgestalten, eignen sie ihn sich an“, sagt Ergotherapeutin Manja Röhling. Sie identifizieren sich mit ihrem Garten und erfahren Selbstwirksamkeit. Zudem ist der Glücksgarten ein wichtiger Ort für Begegnung und Gemeinschaft.
Begegnung und Gemeinschaft
Auch bei der Feier zeigte sich, wie positiv der Glücksgarten aufgenommen wird. So nutzten Bewohner und Gäste gleichermaßen den Barfußpfad. Spontan machten sie gemeinsam Musik und zeigten Zaubertricks inmitten der Wohlfühl-Atmosphäre des Glücksgartens.
Sven Baack von der Firma Baack Spaten aus Hohenlockstedt probiert den Barfußpfad aus.
Klangspiel, Fledermauskasten & Co.: Es ist noch vieles mehr geplant
„Aber wir sind längst noch nicht fertig“, sagt Daniel Herrmann. Die knapp 100 Quadratmeter große Fläche soll fortlaufend weiter gestaltet werden. So wird zum Beispiel in Kürze ein Klangspiel installiert. Auch ein Fledermauskasten ist geplant. Der Nabu Glückstadt hat angekündigt, dass er die weitere Gestaltung des Gartens gerne weiterhin eng begleite, beispielsweise auch mit Workshops für die Bewohnerinnen und Bewohner.
Margarete Olschowka und Jürgen Schack vom Nabu Glückstadt unterstützen den Glücksgarten mit Rat und Tat, Nisthilfen und Workshops.
In den Hochbeeten gedeihen Kräuter, Radieschen und Co. bereits prächtig.
Auf einem Schild wird den Sponsoren gedankt.
Der Glücksgarten ist bewusst naturnah gestaltet. So wurde extra eine Sandfläche für Wildbienen/Sandbienen angelegt. Diese hatten aber offenbar andere Vorstellungen und sind prompt in einen vorübergehend herumliegenden großen Erdhaufen eingezogen. Damit niemand reintritt, wurde er eingezäunt. Und rasch haben sich darauf Wildkräuter ausgebreitet, die wiederum Nahrungsgrundlage für Insekten sind.